Von Dr. med. vet. Katja Feuerbacher
Die aktuellen Temperaturen bringen nicht nur uns Menschen ins Schwitzen. Auch unsere Haustiere leiden unter der Hitze – insbesondere ältere Hunde und Katzen, übergewichtige Tiere sowie Patienten mit Herz- oder Atemwegserkrankungen. Im Tiermedizinzentrum am Zauberberg beobachten wir während heißer Sommerperioden regelmäßig Kreislaufprobleme und Fälle von Überhitzung, die sich mit einigen einfachen Maßnahmen oft vermeiden lassen.
Der wichtigste Punkt ist die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Stellen Sie Ihrem Tier mehrere Wassernäpfe zur Verfügung und achten Sie darauf, dass das Wasser stets frisch bleibt. Gerade ältere Tiere trinken häufig weniger, als sie eigentlich benötigen. Katzen lassen sich oft durch zusätzliche Trinkstellen oder einen Trinkbrunnen zum Trinken animieren. Bei Hunden kann es sinnvoll sein, auf Spaziergängen Wasser mitzunehmen und regelmäßig kleine Trinkpausen einzulegen.
Ebenso wichtig ist ein kühler Rückzugsort. Viele Hunde und Katzen suchen an heißen Tagen von selbst schattige Plätze oder legen sich auf kühle Fliesen. Unterstützen Sie dieses natürliche Verhalten, indem Sie Räume abdunkeln und für eine gute Luftzirkulation sorgen. Kühlmatten oder leicht angefeuchtete Handtücher können zusätzlich für Erleichterung sorgen, sollten aber niemals eiskalt sein.
Für Hunde empfiehlt es sich, Spaziergänge möglichst in die frühen Morgenstunden oder in den späten Abend zu verlegen. Tagsüber können sich Asphalt und Pflastersteine auf Temperaturen erhitzen, die für empfindliche Pfoten schnell schmerzhaft werden. Wenn der Boden für Ihre Hand unangenehm heiß ist, ist er auch für Ihren Hund zu heiß.
Besondere Vorsicht ist beim Transport im Auto geboten. Selbst bei geöffneten Fenstern können die Temperaturen im Fahrzeuginneren innerhalb weniger Minuten lebensbedrohliche Werte erreichen. Jedes Jahr werden Tiere mit schweren Hitzeschäden vorgestellt, weil die Gefahr unterschätzt wurde. Deshalb gilt: Hunde und Katzen sollten bei sommerlichen Temperaturen niemals unbeaufsichtigt im Auto zurückgelassen werden.
Achten Sie zudem auf erste Anzeichen einer Überhitzung. Starkes Hecheln, ungewöhnliche Müdigkeit, Taumeln oder Erbrechen können Warnsignale sein. Kommt es zu Bewusstseinsstörungen oder einem Zusammenbruch, handelt es sich um einen Notfall, der sofort tierärztlich behandelt werden muss.
Gerade ältere Hunde und Katzen reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen. Sie können ihre Körpertemperatur oft nicht mehr so gut regulieren wie junge Tiere und benötigen deshalb besondere Aufmerksamkeit. Oft reichen bereits ausreichend Wasser, etwas Schatten und eine Anpassung des Tagesablaufs aus, um ihnen die heißen Tage deutlich angenehmer zu machen.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Vierbeinern einen entspannten und gesunden Sommer.
