Analdrüsen beim Hund – Wann sollte ich zum Tierarzt?

Von Dr. med. vet Katja Feuerbacher vom
Tiermedizinzentrum am Zauberberg in Kelkheim


Wenn der Hund „Schlitten fährt“: Harmlos oder ein Analdrüsenproblem?

Viele Hundehalter erschrecken, wenn ihr Hund plötzlich mit dem Hinterteil über den Boden rutscht, sich ständig am After leckt oder unangenehm riecht. Oft steckt dahinter ein Problem mit den Analdrüsen.

Analdrüsenbeschwerden gehören zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch bei Hunden. Die Beschwerden reichen von einer einfachen Überfüllung der Drüsen bis hin zu schmerzhaften Entzündungen oder sogar Abszessen, die eine sofortige Behandlung erforderlich machen.

Im Tiermedizinzentrum am Zauberberg in Kelkheim untersuchen wir regelmäßig Hunde mit Analdrüsenproblemen. Je früher die Ursache erkannt wird, desto einfacher lässt sich meist helfen.

Was sind Analdrüsen beim Hund?

Die Analdrüsen befinden sich rechts und links neben dem After. Sie produzieren ein stark riechendes Sekret, das Hunde zur Kommunikation untereinander nutzen.

Normalerweise werden die Drüsen beim Kotabsatz automatisch entleert. Funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr ausreichend, staut sich das Sekret an. Die Drüsen füllen sich zunehmend und können sich entzünden.

Besonders Hunde mit weichem Kot oder wiederkehrenden Verdauungsproblemen sind häufiger betroffen.

Woran erkenne ich ein Analdrüsenproblem?

Das bekannteste Symptom ist das sogenannte Schlittenfahren. Dabei rutscht der Hund mit dem Hinterteil über den Boden, um den unangenehmen Druck oder Juckreiz zu lindern.

Viele Hunde lecken sich außerdem vermehrt im Analbereich oder drehen sich plötzlich hektisch nach hinten um. Manche Hunde wirken beim Kotabsatz unwohl oder setzen sich nur vorsichtig hin.

Kommt es zu einer Entzündung, können starke Schmerzen, Schwellungen oder sogar blutige beziehungsweise eitrige Veränderungen neben dem After auftreten.

Warum verstopfen Analdrüsen?

Eine der häufigsten Ursachen ist dauerhaft weicher Kot. Der notwendige Druck zur natürlichen Entleerung der Drüsen fehlt dann.

Auch Futtermittelunverträglichkeiten, Allergien, chronische Darmerkrankungen oder Übergewicht können Analdrüsenprobleme begünstigen. Einige Hunde scheinen zudem anatomisch bedingt häufiger betroffen zu sein.

Deshalb betrachten wir bei wiederkehrenden Beschwerden nicht nur die Analdrüsen selbst, sondern auch mögliche Ursachen im Bereich Ernährung, Verdauung und Hautgesundheit.

Muss man Analdrüsen regelmäßig ausdrücken?

Diese Frage hören wir sehr häufig.

Gesunde Analdrüsen müssen normalerweise nicht regelmäßig ausgedrückt werden. Bei vielen Hunden funktioniert die Entleerung lebenslang problemlos.

Wird jedoch zu häufig oder unnötig ausgedrückt, kann dies die empfindlichen Strukturen reizen und langfristig sogar weitere Probleme fördern. Deshalb sollte zunächst geklärt werden, warum die Beschwerden überhaupt auftreten.

Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt?

Spätestens wenn Ihr Hund wiederholt Schlitten fährt, sich ständig am After leckt oder Schmerzen zeigt, sollte eine Untersuchung erfolgen.

Besonders dringend wird es bei Schwellungen, Blutungen, Eiteraustritt oder sichtbaren Knoten neben dem After. In diesen Fällen kann bereits ein Analdrüsenabszess vorliegen, der rasch behandelt werden sollte.

Wie werden Analdrüsenprobleme behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung.

Häufig genügt eine fachgerechte Entleerung der Analdrüsen. Liegt bereits eine Entzündung vor, können zusätzlich Medikamente, Spülungen oder Schmerzmittel erforderlich sein.

Bei wiederkehrenden Problemen ist es oft sinnvoll, die Ernährung und mögliche Grunderkrankungen genauer zu untersuchen. Dadurch lassen sich viele chronische Verläufe langfristig deutlich verbessern.

Wenn Ihr Hund Schlitten fährt, sich auffällig häufig am After leckt oder Beschwerden beim Kotabsatz zeigt, beraten wir Sie gerne.

Denn oft steckt hinter einem vermeintlich kleinen Problem mehr als nur eine volle Analdrüse – und je früher die Ursache erkannt wird, desto besser kann Ihrem Hund geholfen werden.