Von Dr. Katja Feuerbacher
Tiermedizinzentrum am Zauberberg in Kelkheim
Wenn die Katze niest: Harmloser Schnupfen oder ernsthafte Erkrankung?
Wenn Ihre Katze niest, tränende Augen hat oder plötzlich schlechter frisst, denken viele Katzenhalter zunächst an einen harmlosen Schnupfen. Tatsächlich kann sich hinter diesen Symptomen jedoch der sogenannte Katzenschnupfen verbergen – eine ansteckende Infektionskrankheit, die besonders für junge Katzen, ältere Tiere und ungeimpfte Katzen gefährlich werden kann.
Im Tiermedizinzentrum am Zauberberg in Kelkheim behandeln wir regelmäßig Katzen aus dem gesamten Taunus, die mit Atemwegsproblemen vorgestellt werden.
Häufig beginnt die Erkrankung scheinbar harmlos mit gelegentlichem Niesen. Wenige Tage später kommen tränende Augen, Nasenausfluss oder Fressunlust hinzu.
Wichtig: Katzenschnupfen sollte niemals unterschätzt werden.
Was ist Katzenschnupfen?
Der Begriff Katzenschnupfen beschreibt keinen einzelnen Erreger, sondern einen ganzen Krankheitskomplex.
Häufig beteiligt sind das Feline Herpesvirus (FHV-1), das Feline Calicivirus (FCV) sowie verschiedene bakterielle Sekundärinfektionen.
Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt zwischen Katzen, über Nasensekret oder Augenausfluss sowie über gemeinsam genutzte Futter- und Wassernäpfe.
Besonders gefährdet sind Kitten und Jungkatzen, ungeimpfte Katzen, Katzen aus Tierheimen oder dem Tierschutz sowie Tiere in Mehrkatzenhaushalten.
Welche Symptome zeigt eine Katze mit Katzenschnupfen?
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Typische Symptome sind häufiges Niesen, Nasenausfluss, tränende oder verklebte Augen, eine gerötete Bindehaut, Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, erschwerte Atmung, Speichelfluss sowie Entzündungen im Maulbereich.
Gerade bei jungen Katzen kann sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern.
Warum frisst meine Katze plötzlich nicht mehr?
Diese Frage hören wir in unserer Praxis besonders häufig.
Katzen orientieren sich beim Fressen stark am Geruch. Ist die Nase durch Schleim oder Entzündungen verstopft, können viele Katzen ihr Futter nicht mehr richtig wahrnehmen.
Die Folge sind häufig eine verminderte Futteraufnahme, Gewichtsverlust oder sogar vollständige Fressunlust.
In der Praxis erleben wir regelmäßig, dass Besitzer zunächst wegen der Futterverweigerung kommen und sich bei der Untersuchung eine Infektion der oberen Atemwege als Ursache herausstellt.
Merke: Eine Katze, die über längere Zeit nicht frisst, sollte immer zeitnah tierärztlich untersucht werden.
Wann sollte meine Katze zum Tierarzt?
Nicht jedes Niesen bedeutet sofort eine schwere Erkrankung.
Eine tierärztliche Untersuchung empfehlen wir jedoch, wenn die Symptome länger als ein bis zwei Tage bestehen, Augen oder Nase deutlich Ausfluss zeigen, die Katze nicht mehr frisst, Fieber vermutet wird oder Atemprobleme auftreten. Gleiches gilt bei Kitten sowie bei älteren oder chronisch kranken Katzen.
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.
Kann Katzenschnupfen chronisch werden?
Ja.
Einige der beteiligten Viren verbleiben lebenslang im Körper der Katze. Stress, andere Erkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem können dazu führen, dass die Symptome erneut auftreten.
Typische chronische Beschwerden sind wiederkehrendes Niesen, tränende Augen, chronischer Nasenausfluss oder wiederkehrende Atemwegsprobleme.
Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann helfen, langfristige Schäden zu reduzieren.
Wie wird Katzenschnupfen behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung.
Je nach Befund können Maßnahmen zur Unterstützung der Flüssigkeitsaufnahme, spezielle Augentherapien, Medikamente gegen bakterielle Sekundärinfektionen, entzündungshemmende Behandlungen, eine Unterstützung der Futteraufnahme sowie weiterführende diagnostische Untersuchungen, beispielsweise FelV- und FIV-Tests, notwendig werden.
Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, sollte immer individuell tierärztlich entschieden werden.
Kann man Katzenschnupfen vorbeugen?
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung.
Die Katzenschnupfen-Impfung gehört zu den empfohlenen Standardimpfungen für Katzen und kann schwere Krankheitsverläufe deutlich reduzieren.
Zusätzlich helfen regelmäßige Gesundheitsvorsorge, eine stressarme Haltung, gute Hygiene bei mehreren Katzen, die Vermeidung von Kontakt zu erkrankten Tieren sowie die frühzeitige tierärztliche Abklärung erster Symptome.
Häufige Fragen zum Katzenschnupfen
Ist Katzenschnupfen für Menschen ansteckend?
Die klassischen Erreger des Katzenschnupfens sind für Menschen in der Regel nicht gefährlich.
Kann eine geimpfte Katze Katzenschnupfen bekommen?
Ja.
Die Impfung schützt nicht immer vollständig vor einer Infektion, reduziert jedoch meist deutlich die Schwere der Erkrankung.
Wie lange dauert Katzenschnupfen?
Leichte Verläufe können innerhalb weniger Tage abklingen.
Schwere oder komplizierte Verläufe können mehrere Wochen andauern und in einzelnen Fällen chronische Beschwerden hinterlassen.
Unser Fazit
Katzenschnupfen ist deutlich mehr als ein harmloser Schnupfen. Besonders junge Katzen und ungeimpfte Tiere können schwer erkranken.
Wer bei seiner Katze Niesen, tränende Augen, Nasenausfluss oder Fressunlust bemerkt, sollte die Symptome frühzeitig tierärztlich abklären lassen.
Im Tiermedizinzentrum am Zauberberg in Kelkheim betreuen wir Katzenpatienten aus dem gesamten Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und östlichen Rheingau-Taunus-Kreis – unter anderem aus Kelkheim, Hofheim, Bad Soden, Schwalbach, Sulzbach, Königstein, Kronberg, Eppstein, Glashütten, Schmitten, Niedernhausen und Idstein. Gerne beraten wir Sie zur Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von Katzenschnupfen und anderen Atemwegserkrankungen bei Katzen.
