Von Mark Goeder-Tarant
Phoebes papa und Webadministrator des Tiermedizinzentrums am Zauberberg
Saving Phoebe
Im Oktober 2023 habe ich Phoebe aus einem Tierheim in Avignon in Südfrankreich adoptiert. Hinter ihr lagen vier Jahre in einem Käfig einer Zuchtstation nahe Toulouse, praktisch ohne Kontakt zur Außenwelt. Erst als Tierschützer sie retteten und nach Avignon brachten, bekam sie die Chance auf ein anderes Leben.
Als Phoebe zu mir kam, war sie sehr zurückgezogen und sichtbar traumatisiert. Sie traute sich nicht zu fressen, wenn Menschen oder andere Hunde in ihrer Nähe waren. Schon alltägliche Geräusche versetzten sie in große Angst. Was für andere Hunde selbstverständlich war, musste sie erst behutsam kennenlernen. Ich konnte ihre Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber ich konnte ihr Zeit, Ruhe und ein sicheres Zuhause geben.
Als Phoebe plötzlich kaum noch laufen konnte
Etwa ein Jahr später begann Phoebe plötzlich, auf einem Bein zu lahmen. Innerhalb von drei Tagen verschlechterte sich ihr Zustand so stark, dass sie kaum noch laufen konnte.
Dr. med. vet. Katja Feuerbacher betreute sie und begleitete die weitere Abklärung. Bei einem dreitägigen stationären Aufenthalt in einer Tierklinik wurde im November 2024 eine immunvermittelte Meningitis festgestellt – eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, bei der das eigene Immunsystem eine entscheidende Rolle spielt.
Es folgte eine lange Behandlung mit Prednisolon, einem Kortisonpräparat. Zunächst brauchte Phoebe hohe Dosierungen, die im weiteren Verlauf unter tierärztlicher Kontrolle schrittweise reduziert wurden.
Ein Rückfall und viele kleine Schritte zurück ins Leben
Nach monatelanger Behandlung erlitt Phoebe Ende Juli 2025 einen schweren Rückfall. Sie war nahezu bewegungsunfähig und konnte kaum noch stehen oder laufen. Inzwischen wurde sie von der Tierneurologin Dr. Annette Wessmann an der Tierklinik Hofheim betreut.
Die Prednisolon-Dosis musste erneut deutlich erhöht werden. Anschließend wurde sie über viele Monate vorsichtig reduziert. Engmaschige Kontrollen, viel Geduld und Physiotherapie begleiteten diesen Weg.
Phoebe musste das Laufen wieder lernen. Dabei half ihr unter anderem ein Unterwasserlaufband: Im Wasser konnte sie mit Unterstützung des Auftriebs wieder Schritte auf dem beweglichen Band machen. Jeder kleine Fortschritt bedeutete für mich unglaublich viel.
Heute darf Phoebe wieder Hund sein
Von den hohen Prednisolon-Dosierungen nach ihrem Rückfall ist Phoebe inzwischen bei einer sehr niedrigen Erhaltungsdosis angekommen. Die weitere Behandlung und jede Reduktion werden mit ihren behandelnden Tierärztinnen abgestimmt.
Dank der Betreuung durch Dr. Feuerbacher und Dr. Wessmann kann Phoebe heute wieder ein normales Hundeleben führen. Die Ängste aus ihrer Vergangenheit begleiten sie weiterhin, aber sie hat ein Zuhause, in dem sie geborgen ist und nichts leisten muss, um geliebt zu werden.
Ihre Geschichte zeigt, wie viel Geduld und Verantwortung eine Adoption manchmal braucht. Für mich bedeutet sie vor allem die Freude darüber, Phoebe heute wieder auf ihren eigenen Pfoten durchs Leben gehen zu sehen.

